in memoriam claudia dietl 
 19. juli 2011

das handy plärrt, ich geh nicht hin 
wieder ein sommer, in dem ich mich frag, was ich bin
was ich sein will oder sein kann / gundulas stimme dann doch
reisst mich raus, aus meinem sommersportwahn, ein trainingsloch
was is passiert? ich hör halb zu, greif zum kühlschrank, mein bier / 
ich stell fragen, hink hinterher, was is passiert? / ich war doch hier
 
die zigarette brennt, bin eine, die durch die wohnung rennt
nie geht, nie steht, keine ahnung wohin, ich bin schneller dort
du warst wichtig für mich, da, am rand von meinem zappeln, an deinem ort
das einzige foto, das ich hab, ist ceijas rücken, daneben ein rücken von dir
auf meinem blog die fischsuppe und wir
da hab ich dich das letzte mal gesehn 
so nah warn wir uns nie, dassd was erzählt hast von dir
/ hab nur geredet von mir
hielt wacklig das handy davor, was hab ich gedacht? 
jetzt denk ich ich hätt gern mehr mit dir gemacht
 
seit tagen krieg ich keine ruh
hab die andern noch nicht verdaut
in mir wurlts, großmutter, vater, onkel, jetzt du
ich wein, denk nach, jogg den kanal entlang mit gewalt
/ leben halt
das, was du schreibst, widerspricht deinem letzten schritt
eine, an der ich mich orientiert hab / ich komm nicht mit 
 
wir stapeln kisten keine sagt ein wort
deine wohnung wirkt schwer 
ich pack bücher ein, was soll ich sonst tun an dem ort
dieser freitag bleibt leer 
brille und buch hast auf den tisch draußen hingelegt
mit klebeband die fensterrahmen zugeklebt 
ich schlag die seiten auf, sammel die wörter ein
nur deine räucherstäbchen, die kriechen rein
gramsci, haug, foucault riechen nach dir
wien 2,  deponie / metall, glas, restmüll sind hier
container 5 holz, container 3 altpapier 
der platzmeister winkt uns als damen heran
wir fahrn mit dem laster die kübel fast zam
er fuchtelt bettüberzug, donau, brief, juli, zuviel
tabletten, gas, klebeband, campingmobil
was fang ich jetzt mit deinen zeichen an?

  in memoriam claudia dietl

 19. juli 2011


das handy plärrt, ich geh nicht hin

wieder ein sommer, in dem ich mich frag, was ich bin

was ich sein will oder sein kann / gundulas stimme dann doch

reisst mich raus, aus meinem sommersportwahn, ein trainingsloch

was is passiert? ich hör halb zu, greif zum kühlschrank, mein bier /

ich stell fragen, hink hinterher, was is passiert? / ich war doch hier

 

die zigarette brennt, bin eine, die durch die wohnung rennt

nie geht, nie steht, keine ahnung wohin, ich bin schneller dort

du warst wichtig für mich, da, am rand von meinem zappeln, an deinem ort

das einzige foto, das ich hab, ist ceijas rücken, daneben ein rücken von dir

auf meinem blog die fischsuppe und wir

da hab ich dich das letzte mal gesehn

so nah warn wir uns nie, dassd was erzählt hast von dir

/ hab nur geredet von mir

hielt wacklig das handy davor, was hab ich gedacht?

jetzt denk ich ich hätt gern mehr mit dir gemacht

 

seit tagen krieg ich keine ruh

hab die andern noch nicht verdaut

in mir wurlts, großmutter, vater, onkel, jetzt du

ich wein, denk nach, jogg den kanal entlang mit gewalt

/ leben halt

das, was du schreibst, widerspricht deinem letzten schritt

eine, an der ich mich orientiert hab / ich komm nicht mit

 

wir stapeln kisten keine sagt ein wort

deine wohnung wirkt schwer

ich pack bücher ein, was soll ich sonst tun an dem ort

dieser freitag bleibt leer

brille und buch hast auf den tisch draußen hingelegt

mit klebeband die fensterrahmen zugeklebt

ich schlag die seiten auf, sammel die wörter ein

nur deine räucherstäbchen, die kriechen rein

gramsci, haug, foucault riechen nach dir

wien 2,  deponie / metall, glas, restmüll sind hier

container 5 holz, container 3 altpapier

der platzmeister winkt uns als damen heran

wir fahrn mit dem laster die kübel fast zam

er fuchtelt bettüberzug, donau, brief, juli, zuviel

tabletten, gas, klebeband, campingmobil

was fang ich jetzt mit deinen zeichen an?

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